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„Vom Meer gezeichnet: Reetoxas HMAS CERBERUS als mutiges, brutal ehrliches Rock-Bekenntnis“

  • Autorenbild: Aurora Linse
    Aurora Linse
  • 24. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Reetoxas „HMAS CERBERUS“ ist eine eindrucksvolle neue Single, die ihre Narben mit Stolz trägt. Verwurzelt im australischen Rock der 90er Jahre – dieser vertrauten, staubigen Mischung aus Alternative, Grunge und pub-geprägten Melodien – und zugleich geschärft mit einem modernen Schliff, wirkt der Song gleichzeitig nostalgisch vertraut und dringlich aktuell. Es ist die Art von Stück, die mühelos zwischen klassischen Oz-Rock-Hymnen bestehen könnte, sich aber entschieden weigert, bloßes Hintergrundrauschen zu sein. Dieser Song verlangt Aufmerksamkeit.


Von den ersten Momenten an schafft „HMAS CERBERUS“ eine düstere, vom Wetter gezeichnete Atmosphäre, die seine Inspiration widerspiegelt: ein Biergarten in Melbourne, vier Jahreszeiten an einem einzigen Tag und ein Mann, der sich still mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt. Das wechselhafte Wetter wird zu einer kraftvollen Metapher für die Instabilität von Erinnerung, Trauma und Selbstreflexion. Reetoxa nutzt dieses Setting, um Alkoholmissbrauch und die langfristigen psychischen Folgen des Dienstes in den Streitkräften zu thematisieren – Themen, denen viele ausweichen, hier jedoch mit einer Ehrlichkeit behandelt werden, die sich wahrhaft mutig anfühlt.Musikalisch balanciert der Song gekonnt zwischen Rauheit und Groove. Die Gitarren tragen diesen unverkennbaren 90er-Crunch, während die Rhythmussektion genug Vortrieb liefert, sodass man – trotz der schweren Thematik – tatsächlich dazu tanzen kann. Es ist ein beeindruckender Drahtseilakt: tiefgehende, konfrontierende Texte, gepaart mit einer treibenden, beinahe kathartischen Energie. Der Refrain trifft hart, ohne überproduziert zu wirken, und lässt die Emotionen die Hauptarbeit erledigen.


Was „HMAS CERBERUS“ jedoch wirklich hervorhebt, ist seine brutale lyrische Ehrlichkeit. Basierend auf der wahren Geschichte von Jason McKees zehnjähriger Dienstzeit in der Marine reflektiert der Song darüber, wie diese Jahre noch lange nachwirken, wenn die Uniform längst abgelegt ist. Reetoxas Poesie ist roh, aber kontrolliert – niemals selbstmitleidig, niemals vage. Die Zeilen tragen das Gewicht gelebter Erfahrung und verleihen dem Stück eine Authentizität, die man nicht vortäuschen kann.Veröffentlicht auf allen gängigen Plattformen und zusätzlich als Vinyl- und CD-Edition über Bandcamp erhältlich, fühlt sich „HMAS CERBERUS“ nach mehr als nur einem Song an – es ist ein Statement. Eine Erinnerung daran, dass Rockmusik noch immer Raum hat, unbequeme Wahrheiten auszusprechen, relevante Geschichten zu erzählen und dies laut, ehrlich und mit Herz zu tun.

 
 
 

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