„Machination“: Burnt Chapters wütender Soundtrack für eine Welt voller Paranoia
- Aurora Linse
- 27. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 7 Tagen

„Machination“ ist kein Song, den man nebenbei im Hintergrund laufen lässt – er ist eine Konfrontation. Schon in den ersten Sekunden machen Burnt Chapter klar, dass sie direkt auf die Zwölf zielen und einen Track abfeuern, der moderne Paranoia in eine straff gespannte Explosion aus Wut, Präzision und groovegetriebener Brutalität kanalisiert. Der Song beginnt mit einer verstörenden Collage echter Verschwörungszitate, die eine unheimliche, fast klaustrophobische Atmosphäre erzeugt. Das ist ein cleverer erzählerischer Einstieg: vertraute Stimmen, die ins Bedrohliche verdreht werden, und ein Hinweis auf den überwältigenden Lärm aus Desinformation, der den Song inspiriert hat. Diese Spannung hält jedoch nicht lange an. Wenn die Band schließlich explodiert, dann mit gnadenloser Entschlossenheit. Die Gitarren krachen mit dicken, tiefgestimmten Riffs herein, die pure Schwere mit rhythmischem Punch ausbalancieren.
Sofort in einen Groove einrasten, der ebenso sehr zum Mitgehen zwingt, wie er die Gehörgänge malträtiert.Gesanglich ist „Machination“ pures Gift. Die Performance trieft vor Frustration und fängt perfekt die Erschöpfung und Wut ein, die das Leben in einer Welt voller endloser Online-Theorien und konstruierter Wahrheiten mit sich bringt. Der Vortrag ist unerbittlich – hart, dominant und emotional aufgeladen –, dabei aber nie schlampig. Jeder Schrei wirkt gezielt gesetzt, reitet auf den Riffs, statt in ihnen unterzugehen, was den Song fokussiert und bissig hält.Was den Track wirklich aufwertet, ist sein Gefühl von Kontrolle. Auch wenn Chaos das Ziel ist, verlieren Burnt Chapter niemals die strukturelle Übersicht. Groove-Metal-Rhythmen bilden das kopfnickende Rückgrat, während Einschübe aus Death Metal und Deathcore zusätzliche Schärfe und Aggression verleihen.
Man hört Anklänge an die brachiale Wucht von Thy Art Is Murder, die Präzision von Gojira und den rhythmischen Drive von Lamb of God – doch „Machination“ wirkt nie wie eine Kopie, sondern wie der selbstbewusste Ausdruck einer Band, die ihre eigene Identität formt.
Die Produktion in den Rogue Recording Studios verdient besondere Erwähnung. Der Sound ist erdrückend, ohne matschig zu wirken, und lässt jedem Instrument maximalen Raum zur Entfaltung. Das Low-End ist massiv, die Drums knallen mit Autorität, und die Gitarren schneiden wie schweres Industriegerät in Bewegung. Roh, aber zugleich ausgefeilt – genau das, was ein Song dieser Art verlangt. Am Ende ist „Machination“ sowohl Warnung als auch Statement. Wütend, schwer und kompromisslos markiert der Track Burnt Chapter als Band mit etwas zu sagen – und mit der Durchschlagskraft, es laut hinauszuschreien. Sobald dieser Song startet, bist du gefangen – und ehrlich gesagt willst du gar nicht mehr raus.



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