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„A Very FOG Halloween“: Bean.S.talks verspielter Abstieg in gemütliche Unheimlichkeit

  • Autorenbild: Aurora Linse
    Aurora Linse
  • 24. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Bean.S.talks A Very FOG Halloween ist nicht einfach nur eine weitere saisonale Spielerei – es ist eine seltsame kleine Welt, in die man hineintritt, zugleich verspielt, verstörend und auf merkwürdige Weise tröstlich. Als Halloween-Song gerahmt, verhält sich die Veröffentlichung eher wie eine akustische Vignette und bewegt sich entschlossen in ambienten, experimentellen und cartoonhaften Gefilden. Gewöhnliche Gruselklischees werden bewusst vermieden, zugunsten von etwas Neugierigerem und Lebendigerem.Im Kern geht es bei A Very FOG Halloween um Atmosphäre. Klänge wackeln, schleichen und schweben, statt geradlinig voranzuschreiten, und erschaffen eine neblige Klanglandschaft, die sich absichtlich orientierungslos anfühlt.


In der Produktion steckt ein kindlicher Spieltrieb – fast schon cartoonhaft im Ton –, der jedoch von einer unterschwelligen Unheimlichkeit ausgeglichen wird, die die Hörenden leicht auf Spannung hält. Es ist die Art von Stück, die einen gleichzeitig lächeln und zusammenzucken lässt. Man ist unterhalten, aber nie ganz sicher, was sich gerade außerhalb der Hörweite verbirgt.Die Inspiration hinter der Veröffentlichung ist erfrischend ehrlich. Bean.S.talk spinnt keine ausgefeilte Mythologie und kein hochtrabendes Konzept, sondern schöpft aus dem schlichten, chaotischen Akt des Lebendigseins und dem Durchleben von Schwierigkeiten. Diese emotionale Erdung verleiht dem Stück sein Gewicht. Selbst wenn die Klänge verspielt oder abstrakt wirken, pulsiert darunter etwas zutiefst Menschliches – ein Bewusstsein für Unbehagen, Verwirrung und Durchhaltevermögen, das viele wiedererkennen werden.


Was A Very FOG Halloween besonders macht, ist seine völlige Gleichgültigkeit gegenüber Erwartungen. Halloween-Musik ist überraschend rar, und vieles davon kippt schnell in Parodie oder Nostalgie. Bean.S.talk schlägt einen anderen Weg ein und bietet ein eher erfahrungsorientiertes Werk. Das ist keine Hintergrundmusik für eine Party, sondern eine Reise. Hörerinnen und Hörer können Momente des Staunens, der Unsicherheit und echter Neugier erwarten – als würde der Song einen herausfordern, auch durch die seltsamen Passagen hindurch dabei zu bleiben.Die Veröffentlichung ist auf Bandcamp, Spotify und YouTube verfügbar und damit leicht zugänglich, egal wie man am liebsten hört. Dennoch ist der beste Weg, die Geschichte hinter A Very FOG Halloween zu verstehen, genau der, den der Künstler vorschlägt: zuhören – und es uns selbst erzählen. Der Track lädt zur Interpretation ein und belohnt jene, die bereit sind, sich in seinen Nebel hineinzulehnen, statt zu versuchen, ihn vorschnell zu durchdringen.

 
 
 

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